LVZ vom 18.06.2009:


LVZ vom 04.04.2009:

Chef-Sportler sitzt im Landratsamt   

Beigeordneter Wolfgang Klinger einstimmig zum neuen Präsidenten des Kreissportbunds gewählt

Von Olaf Krenz Großpösna. Ein sportlicher Wettstreit war nicht nötig: Als einziger Kandidat angetreten, wurde Wolfgang Klinger vorgestern Abend einstimmig zum Präsidenten des Kreissportbundes (KSB) gewählt. Damit steht er der mit rund 39 000 Mitgliedern größten bürgerschaftlichen Vereinigung im Landkreis für die nächsten fünf Jahre vor. Am ersten Kreissporttag nach der Fusion von Leipziger Land und Muldental nahmen in Großpösna nur 68 von 302 eingeladenen Sportvereinen teil.

Vorsichtig hatte der bisherige Vorsitzende Jürgen Wieczorek diesen geringen Zuspruch als „kleine Enttäuschung“ benannt. Dass das Ausdruck einer möglichen Ablehnung gegenüber der Verschmelzung der früher zwei Kreissportbünde sein könnte, sagte er nicht. Stattdessen hob er hervor, dass das Zusammengehen „nicht immer einfach, aber sachlich und fair“ gelaufen und mit der Fusion am 12. September im Vorjahr „zumindest organisatorisch vollendet sei“. Die beeindruckende Resonanz zur Eröffnung des neuen KSB-Sitzes in Naunhof vor sechs Wochen zeige zudem die Identifikation mit dem gemeinsamen Dachverband.

 

LVZ vom 23.02.2009:

Landrat Gey: „Etappensieg für den Sport im Landkreis“
Hauptgeschäftsstelle des Kreissportbundes in Naunhof eingeweiht 

Von Olaf Krenz
Naunhof. Der Kreissportbund (KSB) hat eine neue Heimstatt. Am Freitagabend übergab ihm die Stadt Naunhof in einer Feierstunde das Domizil – den Hauptteil des sanierten Bahnhofsgebäudes. Am Sonnabend drängelten sich die Besucher beim Tag der offenen Tür. Gearbeitet werden kann von hier aus allerdings noch nicht wirkungsvoll: Der Telefonanschluss ist bisher nicht freigeschaltet. „Trotz des schlechten Wetters ist das ein wunderbarer Tag für alle, die haupt- und ehrenamtlich für den Kreissportbund tätig sind“, freute sich KSB-Vorsitzender Jürgen Wieczorek am Freitag, als das Festzelt den Regen von den Eröffnungsgästen abhielt. Die neue Hauptgeschäftsstelle sei nun realer Ausdruck des vereinigten Kreissportbundes Landkreis Leipzig nach der Fusion der Vorgänger aus Muldental und Leipziger Land am 12. September im Vorjahr. „Mit den günstigeren Arbeitsbedingungen wird es den Mitarbeitern noch besser möglich, den Sportvereinen die bürokratischen Dinge so weit wie möglich abzunehmen beziehungsweise sie dabei zu unterstützen.“ Auf 150 Quadratmetern gibt es vier Büros, Funktionsräume und ein Versammlungszimmer. Bürgermeister Uwe Herrmann von Gastgeber und Hausherr Naunhof freute sich „riesig, dass der Kreissportbund zu uns kommt“. Schließlich sei in der Stadt schon länger der Sport zu Hause. Die Kommune hatte das weitgehend ungenutzte Bahnhofsgebäude 2002 gekauft, sagte er. Anfang Mai 2008 war dann die Neugestaltung begonnen worden, für die rund 840 000 Euro, einschließlich zwei Drittel Fördermittel von Bund und Land, investiert werden. In die ehemalige Wartehalle zieht ein Bäcker mit Café ein, eine Touristinformation soll folgen. „Die Einweihung der Geschäftsstelle ist ein Etappensieg für den Sport im Landkreis“, sagte Landrat Gerhard Gey. Derzeit sei etwa jeder siebte Einwohner Mitglied in einem Sportverein, da gebe es noch Reserven, eine Steigerung sei möglich. Auch mit den rund 370 Sportstätten im Kreis wolle er sich nicht zufrieden geben. Der Landkreis werde sich demnächst zwei größere Vorhaben vornehmen. Bereits beschlossen sei eine Sportförderrichtlinie mit einem Budget von 170 000 Euro. „Wir wollen als Kreis etwas für den Vereinssport tun. Wir stehen zu jeder Zeit zur Verfügung“, versprach Gey. „Wir wollen gemeinsam daran arbeiten, dass wir der sportfreundlichste, sportverrückteste Landkreis nicht nur in Sachsen, sondern vielleicht bundesweit werden.“ Weitere Glückwünsche überbrachten vorgestern zahlreiche Vereinsvertreter, die sich im neuen Domizil ihres Dachverbandes umschauten. „Der Tag der offenen Tür ist super gelaufen, wir waren angenehm überrascht“, sagte KSB-Geschäftsführerin Andrea Heinze. Es kamen nicht nur zahlreiche Sportfreunde, auch die Naunhofer wollten wissen, was aus ihrem alten Bahnhof geworden ist, fügte sie hinzu. „Wir haben viele Blumen und Grünpflanzen erhalten, mit denen wir unsere Büros ausgestalten werden.“ Allerdings werden sie und ihre vier Kollegen in den nächsten Tagen weiter von Borna und Wurzen aus arbeiten. „Ohne Telefonverbindung, da hängen ja auch E-Mail und Internet dran, ist das hier noch nicht möglich.“

Auch Landrat Gerhard Gey lobte die Fairness der Sportler bei der Fusion, während es in der Politik viele Emotionen gegeben habe. „Sie haben ein rasantes Tempo von der Kreissport-Vereinigung über die Einweihung der neuen Geschäftsstelle bis zum Kreissporttag mit Präsidiumswahl hingelegt“, sprach er die Delegierten direkt an. Dieses sei eine Voraussetzung für die weitere gute Entwicklung des Sports im Landkreis, zu der ebenso die umfangreiche Arbeit der Übungsleiter und ehrenamtlichen Funktionäre beitrage. „Und natürlich die Ausstattung mit rund 570 Sportstätten, darunter viele hochwertige, aber auch zahlreiche mit Nachholbedarf.“ Letzterer soll aus dem Konjunkturpaket II mit rund neun Millionen Euro für 28 Projekte gemildert werden.Wieczoreks Bilanz für 2008 fiel weitgehend positiv aus. Zum KSB gehören per Stichtag 1. Januar 318 Vereine mit 39 122 Mitgliedern, was ein Zuwachs von 663 Sportlern sei. Damit sind fast 14,4 Prozent der Bevölkerung in Sportgemeinschaften organisiert. Derzeit spüren aber auch die Vereine durch den Rückzug von Sponsoren Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise. Positiv blickt der neue Präsident Wolfgang Klinger in die Zukunft. „Es ist für mich eine Ehre und eine Herausforderung“, sagte er. Mit seiner Wahl erhoffe sich der Kreissportbund Synergien durch seinen Beruf als 2. Beigeordneter des Landrates. „Und ich weiß, dass ich mich auf ein gutes Team verlassen kann.“ Dazu zählt er die alle einstimmig gewählten Präsidiumsmitglieder ebenso wie die fünf hauptamtlichen Mitarbeiter. „Jetzt ist es wichtig, dass die Fusion auch gelebt wird.“